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BEETHOVEN, LA SUBLIME ÉNIGME

Damit Sie sich in die Stimmung, die der folgende Beitrag widerspiegelt, versetzten können, laden wir Sie dazu ein,  diese Musik von Beethoven im Hintergrund zu spielen:   Am Donnerstag, den 13. Januar 2022, sind wir in das Goethe Institut von Lyon gegangen, um ein Beethoven Konzert anzuschauen, dachten wir zumindest… In Wirklichkeit aber war es mehr als nur ein Konzert, es war ein spektakulärer Moment, der Musik, Theater, Literatur, Gesang und Geschichte vermischte. Zusammen mit dem conservatoire de Lyon unter der Führung von Xavier Jacquelin hat das Goethe Institut eine Abwechslung von gesungenen Gedichten von Goethe, Musikstücken von Beethoven und gelesenen Briefen zwischen Goethe und der jungen Bettina von Armin dargestellt. Diese persönlichen Briefe zwischen zwei prominenten Figuren der deutschen Geschichte, nämlich dem 58-jährigen Goethe und der 22-jährige Bettina von Armin, Schwester des berühmten Clemens Brentano, ermöglichen uns die Beziehungen und die Begegnungen ...
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ÜBEREINANDER STATT MITEINANDER?

Drei Menschen aus unterschiedlichen Milieus ranken sich umeinander. Ashley, eine achtzehnjährige Französin, wird von Cordula, einer deutschen Philosophielehrerin an der Universität Ylon 2, per Anhalter mitgenommen. Ashley will nach Ylon in der Hoffnung, ihr eigenes Tätowierungstudio zu eröffnen. Bis sie das dafür nötige Geld findet, wohnt sie bei einem Mann, Nadim, der sich als Cordulas Feind erweist. Das Theaterstück erforscht ihre Interaktionen und Beziehungen zueinander… Ein Gespräch nach dem Besuch des Stückes Camille: Hast du die Lehre überhaupt verstanden? Ich wurde eigentlich in meinen Erwartungen enttäuscht... Camille: Das Ende kam mir ein bisschen künstlich vor, da es keine wirkliche Lösung der Handlung      gibt. Jede Figur bleibt bei ihrem Standpunkt und ich habe keine Entwicklung beobachten können. Vielleicht verändert sich die Perspektive des Zuschauers im Laufe des Stücks? Es hat mich jedenfalls irritiert. Camille: Ich bin ziemlich einverstanden im Bezug auf...

Passeurs d’Europe: die Musik der Sprachen hören

 « Passeurs d’Europe » war ein Spektakel, in dem Gedichte aus verschiedenen europäischen Ländern in verschiedenen Sprachen gelesen wurden. Das Goethe-Institut war einer der Veranstalter. Von Anfang an nahm man an dem Spektakel teil: die verkleideten SchauspielerInnen begrüßten uns am Eingang und während wir auf den Anfang warteten, kamen manche SchauspielerInnen zu uns. Die eine sagte Sätze über die Vergänglichkeit auf, die andere fragte uns, ob wir sie anstarren wollten, bis der Sand in einer Sanduhr zu Ende gerieselt ist. Die Inszenierung war besonders originell. Ein Gedicht wurde so aufgesagt: sechs Frauen saßen auf zwei Schaukeln und deklamierten die Verse in sechs unterschiedlichen Sprachen. Ein Pianist spielte ab und zu Musik. Auch wenn man nicht alles verstehen konnte, war es sehr schön. Wir ließen uns von der Musik der Sprachen wiegen. Übrigens war es extrem rührend, als eine Ukrainerin und ein Russe ein Gedicht zusammen vorgetragen haben. Sie überbrachten un...

Eine frische alte Liebesgeschichte

Das Goethe-Institut hatte die ausgezeichnete Entscheidung getroffen, im Februar 22 “Wolke 9” von Andreas Dresen aus dem Jahr 2008 vorzuführen.  Der Film handelt von einem ganz tabuisierten Thema in der Gesellschaft und zwar der Sexualität der älteren Menschen. Als die Moderatorin uns dieses Thema vorgestellt hat, wussten wir nicht, was wir erwarten sollten. Tatsächlich wurde dieses Thema nie im Kino bearbeitet oder jedenfalls kenne ich diese Filme nicht. Nicht nur die Sexualität wird da thematisiert, sondern die Liebe im allgemeinen. Eine frische und lebensvolle Liebe, die man bei jüngeren Menschen erwarten würde. Inge ist seit 20 Jahren mit Werner verheiratet. Sie verliebt sich aber in einen anderen Mann, Karl, und sie beginnen eine Affäre, die zur Ehescheidung und zum Selbstmord Werners führt.  Was ich wirklich interessant fand, ist die Ästhetik des Filmes, die man als dokumentarisch charakterisieren könnte. Man hatte den Eindruck, das Leben eines wirklichen Paares zu beobac...

Zeitgeschehen 2022. Ein Seminar

Das Zeitgeschehen 2022 wird von einem zentralen Ereignis überschattet -- dem Krieg in der Ukraine. Während unseres Seminars vom Januar bis zum April 2022 machten wir die Erfahrung, dass sich durch die Invasion Russlands in der Ukraine am 24. Februar 2022 unser Blick auf die Gegenwart, aber auch auf die jüngste Geschichte radikal verändert.  Zu Beginn unseres Kurses war der Konflikt zwischen Russland, der Ukraine und dem Westen einer von vielen Krisen der Gegenwart -- neben der Klimakatastrophe und der Corona-Pandemie. Mit dem russischen Angriff veränderten sich plötzlich schlagartig die Perspektiven. Vorher erschien ein Krieg nur als ein Szenario, ein drohendes, ein beunruhigendes, aber es blieb ein Szenario. Schlagartig und schmerzhaft erschien die Differenz zwischen der Abstraktheit eines Angriffsszenarios und der Realität des Krieges.  Währenddessen nahm die deutsche Außenpolitik eine möglicherweise historische Wende, die zumindest vom heutigen Standpunkt aus als Paradigmen...